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Bild von Chereen Heinrich
Mar 28, 2020 - Chereen Heinrich

Endlich mal was gutes tun #WirVsVirusHack

Wir sind die Generation der unbegrenzten Möglichkeiten und Optionen. Für uns ist es ganz normal sich überlegen zu können, ob man nach der Arbeit Lust hat mit den Kollegen das Feierabendbier trinken gehen zu wollen oder eben nicht. Und auf einmal stehen wir Millennials vor der Herausforderung einfach mal zuhause bleiben zu müssen. Einen perfekteren Zeitpunkt, um sich an einem Remote-Hackathon zu beteiligen und etwas Gutes zu tun, gibt es wohl nicht.

Was ist eigentlich ein Hackathon (und was macht man da und kann ich da als nicht Entwicklerin überhaupt teilnehmen)?

Hackathons haben immer das Ziel innerhalb kurzer Zeit, meistens 24-48h, innovative und kreative Lösungen für Problemstellungen zu finden. Dabei finden sich Teams zusammen die gemeinsam an einer Lösungsidee arbeiten. Die Teams bilden sich dabei selbstorganisiert und jedes Mitglied kann somit seine besonderen Talente einbringen. Die Bunderegierung hat innerhalb von nur 5 Tage gemeinsam mit Unterstützern aus der Tech- und Innovationsbranche eine Remote-Hackathon auf die Beine gestellt, um der aktuellen Coronakrise digital den Kampf anzusagen. Soweit so gut.

Bei Hackathons faszinieren mich immer am meisten die Gruppendynamiken. Wie kommen die Teams eigentlich zusammen, woher wissen die Teilnehmer ob es ein cooles Projekt wird und - bei einer Remote-Variante - woher weiß ich, dass die anderen eigentlich genauso viel machen wie ich?

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Was habe ich beobachtet?

Unabhängig von dem, womit sich die einzelnen Teammitglieder normalerweise beschäftigen oder aus welchem Kontext sie kommen, macht jeder genau das, was er besonders gut kann, bzw. worin die eigenen Stärken liegen. Keiner scheut sich frühmöglichst nach Unterstützung zu bitten, bevor ein Problem auf die Füße fallen könnte. Durch das gemeinsam festgelegte Ziel identifizieren sich die Teammitglieder auch mit ihrer Lösungsidee. Gemeinsam muss priorisiert werden, welche Features in der kurzen Zeit in die, im besten Fall lauffähigen, Prototypen integriert werden sollen und was perspektivisch noch umgesetzt werden könnte.

Man entwickelt innerhalb kurzer Zeit ein absolutes Vertrauen nicht nur in seine Teamkollegen, sondern auch in sich selbst, da man davon überzeugt ist, dass dieser Prototyp echte Probleme löst bzw. Bedürfnisse stillen kann. Auf der anderen Seite hilft man aber auch anderen Teams ohne große Hürden. In unserer Hackathon-Herausforderung ging es darum, es unserer Generation leichter zu machen zuhause zu bleiben, in dem sie eine virtuelle Pflanze spielerisch pflegen müssen und sich dabei gemeinsam mit ihren Freunden messen können, ähnlich eines Tamagotchi.

Warum sollten wir alle mehr an Hackathons teilnehmen?

In keinem für mich bekannten anderen Format erzielt man als Team so schnell so großartige und sichtbare Ziele wie in einem Hackathon. Innerhalb von 24-48h durchläuft man jede gängige agile Zeremonie die ein Team hat. Angefangen beim Planning 1+2 (priorisieren der Features) über das Review (Pitch – Vorstellung der Projektidee) bis hin zur Retrospektive (wie haben wir als Team funktioniert) ist alles mit dabei. Jeder greift sich die nächste offene Aufgabe aus dem Taskboard und unterstützt bei freien Kapazitäten. Jeder gibt sein absolut bestes und bewegt sich zwar vielleicht durch den Schlafentzug und die ungewohnte Umgebung am Rande seiner Komfortzone, aber in einem absolut sicheren Spielraum – es kann nichts negatives passieren.

Genau das sollten wir auch in unseren Alltag integrieren und anstreben. Organisationen sollten Sicherheiten schaffen in denen jeder seine Talente dort einbringen darf wo das größte Bedürfnis liegt. Für das Ziel sollte eine gemeinsame Leidenschaft geschaffen werden, um es zu erreichen. Wir Menschen wissen nun mal gerne warum wir Dinge tun – oder aktuell einfach zu Hause bleiben müssen, weil wir immer noch nicht agile enough sind.

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